Korallenfütterung Teil II – Zooplankton und mehr!

In Teil 1 haben wir bereits über die Grundlagen der Korallenfütterung informiert. Teil II widmet sich nun voll und ganz den verschiedenen Planktonarten und geben Tipps zur richtigen Ernährung von Steinkorallen. Viel Spaß!

Zooplankton und Phytoplankton
Lebendes Phyto- und Zooplankton ist das natürliche Futter der Steinkorallen. Wobei hierbei zu ergänzen ist, dass nur wenige Korallen (wie z.B. Goniopora) Phytoplankton aktiv aufnehmen. Phytoplankton stellt hingegen eine ganz wichtige Nahrungsquelle für Zooplanktonarten dar.
Gerade regelmäßige Zugabe von Phytoplankton bzw. Zooplankton-Nahrung fördert einen Boost des natürlichen Zooplanktons aller Größen, was sich wiederum sehr positiv auf die Ernährung der Steinkorallen auswirken kann.

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Hier ein Video aus meinem Becken – es finden sich hauptsächlich tropische Mysis aber auch viel weiteres Mikro- und Makroplankton auf und in den Steinen (am besten in HD direkt bei youtube anschauen):

Bakterienplankton und Pseudoplankton:
Eine Stärkung der Bakterienfauna kann unterstützend wirken. Häufig werden dazu Kohlenstoffpräparate oder auch die Wodka-Methode genutzt, um das Bakterienplankton zu steigern. Auf der einen Seite senkt es die Nährstoffwerte leicht ab, auf der anderen Seite werden sich lösende Bakterienteppiche von Steinkorallen aktiv aufgenommen.
Dieser Effekt lässt sich auch beim Einsatz von Zeolith beobachten. Wird das Zeolith mehrmals wöchentlich bewegt, lösen sich die anhaftenden Bakterienbeläge und gelangen ins Becken.
Auch Austerneier werden aufgrund ihrer idealen Größe und Struktur gut von Steinkorallen aufgenommen.

Wie ernähre ich also meine Korallen richtig?
Fakt ist: Es gibt wichtigeres als Korallenfütterung. Strömung, Licht und niedrige Nährstoffwerte stellen quasi die Basis der Pflege farbiger SPS Steinkorallen dar.
Ist man nun soweit, dass die Farben und das Wachstum in Ordnung sind, kann man sich an eine gezielte Fütterung machen. Becken, die natürlicherweise NO3=0 und PO4=0 vorweisen, sollten die Korallen grundsätzlich füttern, da durch die geringe Zooxanthellendichte die Versorgung der Koralle nicht mehr gewährleistet sein kann.

LPS sind wiederum gänzlich anderes zu ernähren. Gerade die beliebten und ultra-farbigen LPS Korallen wie  Acanthastrea, Scolymia australis, Lobophyllia, Euphyllia, Blastomussa und viele mehr sind in der Lage, viel größere Futterpartikel aufzunehmen – sogenanntes Makroplankton. Das geht von verschiedenen Muscheleiern bis hin zu Größen von Artemia, Goldpods (2mm) oder sogar Mysis.

Long polyp SPS

Der Handel bietet eine fast unüberblickbare Menge an Korallenfuttern an, und es ist gerade für weniger erfahrene Aquariener sehr mühsam, durch Ausprobieren und die entstehenden Effekte oder durch Internet-Recherche herauszufinden, welche Produkte empfehlenswert sind.

Im dritten Teil werden wir die für uns bestmögliche Art uns Weise der Korallenfütterung schildern und zusammenfassen. Stay tuned!

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