Grundlagen zur Fütterung von Steinkorallen

In mehreren Teilen möchten wir von ilovereefing.de ein paar Grundlagen über das häufig diskutierte Thema der Korallenfütterung vorstellen. Viel Spaß mit Teil 1!

Steinkorallen leben mit Ausnahme einiger azooxantheller Tiere in erster Linie vom Sonnenlicht. Dazu implementieren die meist im Flachwasser lebenden Korallen einzellige Symbiosealgen in ihre Struktur, die wiederum Photosynthese betreiben. Den dabei entstehenden Zucker nutzen die Korallen anschließend als Energiequelle.

Nun kommen die Korallen in ihrer natürlichen Umgebung in hauptsächlich sehr nährstoffarmem Wasser vor. Die eingelagerten Symbiosealgen benötigen zum Überleben jedoch auch etwas höhere Nitrat und Phosphatwerte, also grundsätzlich verfügbare Nährstoffe. Also hat sich die im Laufe der Jahrmillionen eine zweite Energiequelle für die Korallenpolypen herausgestellt: Sie können mittels ihrer Fangarme aktiv Beute machen. Das ist meist Mikro- und Zooplankton.

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Korallenpolypen bei Nacht!

Das müssen sie auch, denn durch niedrige Nährstoffwerte und teilweise in tieferen Bereichen weniger Licht, ist die Koralle nicht in der Lage, die Zooxanthellendichte angemessen hoch zu halten bzw. dadurch genug Energie zu erzeugen. Zudem benötigen Korallen weiterhin Stickstoffverbindungen, Phospho-Lipide, Carotenoide, Vitamine und zahlreiche andere organische Verbindungen, die sie an ihrem natürlichen Standort meist nur durch einen aktiven Planktonfang aufnehmen können, da Zooxanthellen überhaupt nicht in der Lage sind diese Stoffe für die Koralle zu produzieren.

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Makroaufnahme eines SPS Polypen

Daher nennt man Korallen auch mixotrophe Lebewesen – sie verwenden eine Mischung aus autotropher und heterotropher Ernährung, je nach zur Verfügung gestellter Quelle.

Und wie verhält es sich im Aquarium?
Viele Meerwasser-Aquarianer wissen, dass SPS Korallen bei niedrigen Nährstoffwerten und hoher Beleuchtung eine ganz besondere Farbenpracht zeigen. Das hat damit zu tun, das Korallen bei niedrigen NO3- und PO4 Werten sowie starker Beleuchtung und Strömung eine geringere Zooxanthellendichte besitzen. Zooxanthellen sind braun und werden durch NO3 und PO4 gedüngt – eine hohe Dichte führt zu braunen aussehenden Korallen, eine niedrige Dichte zeigt das in vielen Fällen farbenfrohe Grundskelett, das nicht durch braune Algen überlagert wird.

Durch das künstliche herunterziehen der Nitrat- und Phosphatwerte werden die SPS Korallen farbiger und die plakativen Farben ausgeprägter. Doch so, gerade beim Einsatz starker Adsorber, fehlt den Korallen die notwendige Energiequelle aus den photosyntheseprodukten der Zooxanthellen. Man passt die Nährstoffwerte denen des Meeres an.
Doch: Die Mikrofauna und das Zooplankton zur alternativen Ernährung fehlen in modernen Riffaquarien. Und daher wird eine aktive Fütterung notwendig.

Für ein naturnahes Riff braucht es nämlich:

– Starke Beleuchtung
– Starke, wechselne Strömung
– Niedrige Nährstoffwerte
– Zur Verfügung Stellung von Korallenfutter

In Teil 2 werden wir die unterschiedlichen Planktonarten und einen kleinen praktischen Leitfaden vorstellen. Stay tuned!

Mit freundlicher Unterstützung von www.reefcare.de

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